Come in and Burn Out

Come in and Burn Out

Wir sind von unserer Gesellschaft so geprägt, dass der Fokus darauf liegt so erfolgreich wie möglich zu sein. Diesen Erfolg drückt man am einfachsten durch Status-Symbole aus: Ein teures Auto, eine große Wohnung oder noch besser – ein großes Haus mit allerlei Luxusartikeln, die uns vermeintlich glücklich machen sollen.

Hat man diesen Status erst einmal erreicht, ist man einem enormen Druck ausgesetzt, diesen auch zu halten.

Stell dich nicht so an

Oft tragen wir Glaubenssätze wie „Stell dich nicht so an“, „Was sollen denn die Leute sagen“ oder „Das kannst du nicht“ in uns.
Also fressen wir alles Unangenehme so lange wie möglich in uns hinein und setzen unser „Alles ist Gut“ – Lächeln auf.

Modekrankheit Burnout?

Aber was ist ein Burnout eigentlich? Einige Menschen lächeln darüber und bezeichnen ihn als Modeerscheinung.

Ein Burnout kommt schleichend. Ich selbst hatte mir lange nicht erklären können, was genau mit mir los war. Ich funktionierte im Alltag einfach nicht mehr. Mir war alles zu viel, Menschenmengen lösten einen Anflug von Panik in mir aus, sogar im Supermarkt, und ich zog mich immer weiter von meinem sozialen Umfeld zurück.

Erst als ich wieder auf einem stabilen Weg raus aus der Belastungs-Krise war, wurde mir klar, dass ich nur einen Schritt davon entfernt war in einen totalen Burnout zu gelangen.

12 Phasen eines Burnouts

Nach einer Studie von Herbert Freudenberger und Gail North verläuft der Weg zu einem Burnout in
12 Phasen:

Phase 1:
Der Zwang sich zu beweisen

Phase 2:
Verstärkter Einsatz – Oft verknüpft mit dem Gefühl, alles selbst und zügig erledigen zu müssen. Arbeit zu deligieren fällt schwer.

Phase 3:
Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse – erstes Auftreten kleiner Fehlleistungen.

Phase 4:
Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen – Schlafmangel und körperliche Symptome werden ignoriert. Fehlleistungen wie Vergesslichkeit, Unpünktlichkeit, Ungenauigkeit treten auf.

Phase 5:
Umdeutung von Werten – Die Wahrnehmung verändert sich. Hobbys, Familie und Freunde treten in den Hintergrund. Der Focus liegt auf der Arbeit.

Phase 6:
Verleugnung der Probleme – Ungeduld, Aggressivität und Intolleranz gegenüber Mitmenschen tritt verstätkt auf. Körperliche Beschwerden nehmen zu.

Phase 7:
Rückzug – das familiäre und freundschaftliche Umfeld wird als Belastung wahrgenommen.

Phase 8:
Beobachtbare Verhaltensänderung – z.B. apathisches Verhalten

Phase 9:
Depersonalisation – Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit

Phase 10:
Innere Leere – möglicherweise Angstzustände

Phase 11:
Depression

Phase 12:
Völlige Erschöpfung

Je früher man erkennt, dass man sich bereits in dieser Abwärtsspirale befindet, desto einfacher ist es, durch Verhaltensänderungen im Alltag und eine kognitive Umstrukturierung einen Burnout abzuwenden.

In der Regel geht das nicht von heute auf morgen. Denn es sind Verhaltensweisen, die wir teilweise von Kind an in uns tragen, die wir ändern müssen.

Es ist ein Umprogrammieren der Muster nach denen wir leben.

Das kann unter Umständen Monate oder Jahre dauern. Ab und zu fällt man wieder in alte Muster zurück, was in meinen Augen nicht schlimm ist, solange man das selbst erkennt und weiter an sich arbeitet.

Quelle: asu-arbeitsmedizin.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.